Bürgerstammtisch in der Unterstadt zum Thema „Entwicklung unseres Stadtteils“.
100 Bürgerinnen und Bürger, oder mehr! Dank der Initiative des Bürgerstammtisches und der guten Organisation durch die DFG (Dienstleistungsgesellschaft Für Glauchau mbH), Stadtteilmanagement.
Für die beiden jungen Damen, Frau Mengert und Frau Becher sicher eine nicht ganz so leichte Aufgabe – Dankeschön!
Herr Gunnar Heerdegen war gleichsam als OB – Kandidat und als Vertreter der Stadtverwaltung dabei. Aber man kennt ihn gut und schätzt ihn und seine Arbeit sehr, ist er doch seit Jahren das Ansprechpartner in der Stadt für die Belange „Soziale Stadt“ allen bestens bekannt.
Die Aktivitäten in der Unterstadt, auch im Rahmen „LOS“ (Lokales Kapital für soziale Zwecke) können sich sehen lassen. Findet hier doch wesentlich mehr statt, als beispielsweise in Zwickau Eckersbach, das mit ca. 13.000 Einwohnern um ein vieles Größer ist, als unsere Unterstadt.
Die zentrale Frage allerdings, die bereits im Handlungskonzept von 2000 aufgeworfen wurde, ist in der seinerzeit vorgesehenen Zeitschiene keiner Lösung zugeführt worden:
„Im Untersuchungsgebiet liegt erheblicher Handlungsbedarf für Infrastrukturelle Maßnahmen vor, die auch eng im Zusammenhang mit sozialen Belangen stehen. Beim Ausbleiben dieser Maßnahmen ist eine zunehmende soziale Abgrenzung des Stadtteils zu erwarten.“
Die Konzentration und Koordination von Fördermitteln Bund – Land und ggf. EU, sowie der Mittel von Versorgungsträgern und Stadt auf diesen Schwerpunkt ist nicht gelungen.
Auch die gewünschten privaten Investitionen sind in ihrer Höhe ausgeblieben.
Darüber können die vielen Aktivitäten und das herausragende Engagement der Menschen für ihren Stadtteil leider nicht hinweghelfen.
Notizen 06.05.2008
Mai 8, 2008 von Dr. Dresler
Pressemitteilung zum Bürgerstammtisch im Lutherhaus am Abend des 6.5.2008
Beinahe bis auf den letzten Platz besetzt war der Saal des Lutherhauses am Abend des 6. Mais. Die Einwohner der Unterstadt waren zum schon zur Tradition gewordenen Bürgerstammtisch eingeladen. Aber auch Gäste aus den anderen Glauchauer Stadtteilen bekundeten durch ihre Anwesenheit ihr Interesse an den drei am 8. Juni zur Wahl stehenden Kandidaten für das Amt des Glauchauer Oberbürgermeisters.
Während einer anderthalben Stunde nutzten Herr Dr. Peter Dresler und Herr Gunnar Heerdegen die Gelegenheit, sich vorzustellen und auf Fragen der Anwesenden einzugehen. Herr Karl- Otto Stetter war der Veranstaltung ferngeblieben, ohne dass dafür ein Grund angegeben worden ist.
Der erste Fragenkomplex befasste sich verständlicherweise mit Problemen, die den Anwohnern unmittelbar auf den „Nägeln brannten“. Das waren u.a. Fragen nach der weiteren Verfahrensweise mit dem Tor, das nach dem Abbruch der Industriebrache in der Karlstraße stehen geblieben ist, oder nach dem Vorhandensein von Konzepten für die durch Rückbau entstandenen Freiflächen, nach einer Einkaufsmöglichkeit und dem Zustand der Parkanlagen. Der Unmut der Bürger über die gegenwärtige Situation wurde deutlich. Herr Heerdegen, er kandidiert für die FDP, als Angestellter der Verwaltung versuchte, zu klären und verwies unter anderem auf die Ergebnisse des vom Kreiskrankenhaus im vergangenen Jahr initiierten workshops und die daraus resultierenden Anregungen Prof. Manskes. Die Anwesenden nahmen zur Kenntnis, dass es für Glauchau eine einmalige Chance sei, Fördermittel in größeren Summen abrufen zu können, um wertlos gewordene Bauten in der Unterstadt zu entfernen. Man versuche allerdings auch, Gebäude mit architektonischem Wert zu erhalten und einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Die Aussage, dass es in der Stadtverwaltung einige Ideen zur Neugestaltung gäbe, überzeugten offensichtlich wenig.
Herr Drogist Scheinert traf mit seinen Worten wohl den „Nagel auf den Kopf“, wenn er davon sprach, dass man in der Unterstadt schon sehr oft zusammen gesessen und über Vorhaben debattiert habe. Geschehen sei aber wenig. Anscheinend fehle das nötige Interesse seitens der Verwaltung.
Dr. Dresler, der unabhängige Kandidat, der unterstützt wird von den Ortsverbänden der CDU, dem Bündnis 90/ Grüne, Die Linke und SPD, stellte die Bedeutung der Unterstadt für Glauchau heraus und lobte das Interesse und Engagement ihrer Bürger. Wichtig sei die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den anderen Stadtteilen. Er verwies auf die Bedeutung des Stadtentwicklungskonzepts und die in diesem Zusammenhang leider bisher verpassten Gelegenheiten. Im Rahmen zahlreicher LOS Projekte (Lokales Kapital für soziale Zwecke) sei Bewundernswertes geleistet worden, um die Wohnqualität zu steigern, aber die Infrastruktur, die mediale Anbindung, der Straßenbau, müssten künftig Vorrang haben. Nur so fände auch ein Auswärtiger den Weg in die Unterstadt, um die Besonderheiten dieses Stadtteils kennen zu lernen.
Er vertrat die Ansicht, das Fördermittel sinnvoll koordiniert werden müssten, um einen größtmöglichen Effekt zu erzielen. Er betonte, im Falle seiner Wahl zum Oberbürgermeister der Stadt Glauchau stets ein offenes Ohr für die Unterstadt und ihre Bürger zu haben. Die Zuhörer bedankten sich für diese recht emotional vorgetragenen Ausführungen mit Applaus.
Helga Scheurer
Vorsitzende SPD- Fraktion Stadtrat Glauchau